

07.04.2011
Hier was echt Abgefahrenes: selbstgemachter Zwiebelschnaps - und ihr werdet lachen: nicht nur, dass er sehr mild und verdauungsfördernd ist, mir schmeckt er sogar :)
Euer Wurzelbert

Durch meinen Vater bin ich aufmerksam auf die Heilkräfte der Natur geworden. Er liebt Kräuter, Wurzeln, Samen - alles, was man in der Natur finden kann. Schon früh habe ich durch ihn gelernt, welches Kraut man für welche Krankheiten oder Störungen einsetzen kann. Es war immer interessant durch die Wiesen Österreichs zu laufen und Pflanzen zu sammeln, zu Tee zu verarbeiten oder zu trocknen.
Seit einem Jahr mache ich nun die Ausbildung zum Naturpädagogen und liebe es, mein Wissen zu vertiefen, mit Pflanzen zu experimentieren, Salben herzustellen, Öl- oder Alkoholauszüge, ein ganzes Menü aus der Natur zuzubereiten und, und, und...
Nicht umsonst hat Gott diese Pflanzen wachsen lassen und schon oft habe ich mit dieser Art Medizin geniale Erfolge bei mir selbst erlebt. Natürlich und praktisch nebenwirkungsfrei.
Hier ein kleiner Auszug aus meiner Arbeit über meiner Hauptpflanze, den Engelwurz:
Heilwirkung: Als Tee oder Likör regt die Engelwurz die Verdauung an und hilft gegen Blähungen. Als Salbe lindert sie typische Herbst- und Winterkrankheiten wie Husten und Schnupfen. Universalheilmittel, das antibakteriell wirkt und auch gegen Schimmelpilze hilft. Der Tee hilft bei Magen-Darm-Problemen, Rheuma und Husten. Die Wurzel regt die Lebertätigkeit an.
Volksmedizin: Auf geistiger Ebene soll sie ihre Wirkung entfalten, sagt man unter den Kräuterfrauen. Als Beschützerin und gegen Ängste. So gab man Kindern früher eine ganze Wurzel als Schutzamulett mit. Getrocknet und zerkleinert kann man mit der Wurzel auch Hausräucherungen machen, die vor allem gegen unbegründete Ängste helfen sollen. Engelwurz soll auch anti-depressiv wirken und in sogenannten Übergangssituationen helfen: wie bei einer Trennung, in den Wechseljahren, bei Geburt oder Tod. Während den Pestepidemien kauten Ärzte auf der Wurzel der Engelwurz, um sich vor Ansteckung zu schützen. Noch 1771 gab der französische Autor Buchoz seinen Lesern den Rat, bei Pestepidemien seine Kleidung mit einem Pulver aus Engelwurz zu bestreuen. Eltern gaben Ihren erwachsenen Kinder ein Pulver aus Angelika in den Wein, so daß "die tobende Lust der jungen Menschen" gemäßigt wurde... In der Volksmedizin wurde Engelwurz als Gegenmittel gegen Tollkirschenvergiftung eingesetzt. Sie sollte aber auch bei Alkoholvergiftung wirken. „Wann einer von einem wütenden Hundt gebissen worden were/ der nemme Engelwurtzkraut und Wurtzel unnd thue darzu Rauthen. Zerstoss diese Stück wol unnd mach mit Honig ein Pflaster darauss/ streichs auff ein Tuch unnd legs über den Schaden/ das zeucht alles Gifft heraus.“ (Tabernaemontanus, New Kreuterbuch, 1588)